Dame ist ein strategisches Brettspiel für 2 Spieler. Da im Spiel keine zufälligen Ereignisse stattfinden, spielt Glück beim Gewinnen keine Rolle. Es ist ein verbreitetes Missverständnis, dass das Damespiel ein vollständig analysiertes, gelöstes Spiel sei. Man vermutet, dass das Damespiel etwa 1018 Stellungen besitzt.
Spielregeln
Dame wird auf einem quadratischen Brett mit abwechselnd weissen und schwarzen Feldern gespielt. In vielen Ländern (einschließlich Deutschland, Österreich und der Schweiz) hat das Spielbrett 8 x 8 Felder. International wird auf einem 10 x 10 Brett gespielt (Dame 100). Als Spielfiguren dienen runde, flache Spielsteine, schwarze für den einen und weisse für den anderen Spieler.
Diese sind gewöhnlich aus Holz oder Kunststoff gefertigt. Auf dem 8 x 8 Brett hat jeder Spieler 12 Steine, auf dem 10 x 10 Brett 20 Steine. Gespielt wird nur auf den dunklen Feldern.
Die Steine ziehen ein Feld in diagonaler Richtung, aber nur vorwärts. Gegnerische Steine können übersprungen werden, sofern das dahinter liegende Feld frei ist.
Wenn das Zielfeld eines Sprungs auf ein Feld führt, von dem aus ein weiterer Stein übersprungen werden kann, so wird der Sprung fortgesetzt.
Alle übersprungenen Steine werden vom Brett genommen. Erreicht ein Spielstein die gegnerische Grundlinie, wird er zur Dame
befördert.
Dies wird kenntlich gemacht, indem ein zweiter Stein obenauf gesetzt wird.
Eine Dame darf auch rückwärts und beliebig weit ziehen und springen.
Spielverlauf
Vor Spielbeginn werden die Steine so angeordnet, dass in den ersten drei Reihen (bei Dame 200 den ersten 4 Reihen) auf beiden Seiten des Spielbretts alle dunklen Felder belegt sind.
Anschließend können die Spielsteine diagonal gezogen werden und auch andere Steine schlagen.
Ziel des Spieles ist es, dem Gegner alle Zugmöglichkeiten zu nehmen, also alle gegnerischen Steine zu schlagen oder zu blockieren.
Dame in anderen Ländern:
In internationalen Damespiel (Dame 100) darf ein einfacher Stein auch rückwärts springen (aber nicht ziehen).
Im englischen Sprachraum darf die Dame nur ein Feld (anstatt beliebig weit) ziehen und springen.
In Kanada wird auf einem 12 x 12 Brett gespielt. Eine Anekdote berichtet, ein Mann habe das Spiel in Europa kennengelernt. Voller Begeisterung wollte er es seinen Landsleuten beibringen, war sich aber ob der Felderzahl unsicher. Er erinnerte sich falsch und erläuterte das Spiel mit dem 12 x 12 Brett.
In der Türkei wird im Damespiel nicht diagonal, sondern horizontal und vertikal gezogen; sowohl schwarze als auch weisse Felder werden somit benutzt. Auf dem 8 x 8 Brett sind zu Anfang die zweite und dritte Reihe mit je 8 Steinen besetzt.
Hex-Dame wird auf einem aus regelmäßigen Sechsecken aufgebauten Spielbrett gespielt.
Geschichte des Damespiels
Das Damespiel hat seinen Ursprung wahrscheinlich im 10. oder 11. Jahrhundert in Südfrankreich; das Spielbrett wurde von damals schon bekannten Schachspiel übernommen. Die Spielregeln stammen von Alquerque (auch als Quirkat bekannt). Ursprünglich wurden die Steine ferses genannt, nach der Dame im Schachspiel. Zu jener Zeit konnte die Dame nur ein Feld weit ziehen. Die Neuerung war das aus Alquerque übernommene Überspringen und Wegnehmen gegnerischer Steine. Das Spiel wurde zu jener Zeit Fierges genannt.
Philip Mouskats Chronique (1243) bezieht sich auf Könige
, womit eventuell eine Umwandlung auf der Grundline belegt ist. Die Umbenennung der ferses
im Schachspiel in Dame
führte zu einer parallelen Umbenennung des Spiels in Dames
.